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Alija in Frankreich (2): ein Traum wird Realität in Paris

Rachel Poot (Übersetzung Philip van den Berg & Heike Märki) - 4. Juli 2017 - Veröffentlicht von Philip van den Berg

Zwischen 1919 und 2010 sind 3.6 Mio. Personen nach Israel ausgewandert (Quelle: Israel Central Bureau of Statistic, wikipedia). In den letzten drei Jahren haben etwa 85.000 Juden Aliya gemacht. Der grösste Teil (20.000 Personen) kommt aus Frankreich (Quellen: JewishPress 29. Dezember 2016, Jerusalem Post, 24. Februar 2017, JTA 1. Januar 2015). Rachel Poot berichtet für Christen an der Seite Israels aus Paris.

Ich sitze in einem Café gegenüber des Gare du Nord. Während die Sonne hinter dem Bahnhof verschwindet und ich mit einer Tasse Kaffee in der Hand die Menschen beobachte, die an mich vorbei laufen, warte ich auf Yael.

Yael ist eine 22 Jahre alte jüdische französisch-israelische junge Frau, welche mit ihrem Vater und ihrem Bruder in einer der Städte im Nordosten von Paris lebt. Vor ein paar Monaten beschlossen sie miteinander, im April 2017 Alija (Rückkehr nach Israel) zu realisieren, und ich bin neugierig, warum sie gerade als junge Französin sich dafür entschieden hat.

Unaufhörlich

Als ich sie in der Ferne, zusammen mit ihrem Vater, kommen sehe, winkt sie schon. Sie überqueren die verkehrsreiche Strasse vor dem Bahnhof und nähern sich dem Cafe, wo wir verabredet sind. Weil wir uns vorher noch nicht getroffen haben, schütteln wir uns die Hände.

Ich merke sofort, dass sie sehr aufgeregt ist. Sie spricht unaufhörlich. Ihr Vater und sie haben gerade ihr Haustier weggebracht, da es ein neues Zuhause bekommen musste, wenn sie nach Israel ziehen. Ich sehe, dass ihr das nicht leicht fällt. Aber sobald sie anfängt über den Grund ihrer Ausreise nach Israel zu sprechen, beginnen ihre Augen zu strahlen.

'Dreckiger Jude'

"Israel ist ein Traum", sagt sie. "Dort fühle ich mich frei. Ich kann auf die Strasse gehen wann ich will, und ich brauche nicht nachzudenken, was ich anziehe. Ich brauche nicht zu verbergen, dass ich Jüdin bin. In
Frankreich muss ich das schon. So trage ich zum Beispiel meinen Davidstern nicht, weil ich Angst habe, dass mir etwas nachgerufen wird.

Manchmal werde ich sogar körperlich bedroht. Früher, als ich noch in eine nicht-jüdische Schule ging, wurde ich zum Beispiel 'dreckiger Jude' genannt. Und es gab dort einen Jungen, der immer gegen meine Beine trat. Daran kann ich mich noch gut erinnern. Ich war jünger als 8 Jahre! Meine Mutter hat sich dann entschieden, mich in eine jüdische Schule zu schicken.“

Schnell

Sie erzählt weiter über den Hintergrund ihrer Familie. Ihr Vater ist Israeli und ihre Mutter war Französin. Seit ihrer Kindheit kamen sie jedes Jahr nach Israel, um die Familie zu besuchen, aber auch um Urlaub zu machen. "Mein Vater wollte eigentlich immer schon nach Israel zurückkehren" erzählt Yael. "Er wollte aber warten, bis ich mein Studium beendet habe. Vor vier Jahren ist mir die Idee mit Alija, immer öfter durch den Kopf gegangen. Teilweise, weil ich mich eigentlich mehr israelisch als französisch fühle, aber auch durch die zunehmenden Attentate hier.
Als meine Familie im vergangenen Jahr aus finanziellen Gründen an einem Wendepunkt und das Ende meines Studiums in Sicht war, dachten wir, angesichts der Situation in Frankreich: „Jetzt ist die Zeit reif. Dann haben wir alles in Bewegung gesetzt und es ist eigentlich alles sehr schnell gegangen. Von dem Moment an, als wir beschlossen zu gehen, bis zum Packen der Umzugskartons, sind insgesamt nur sechs Monate vergangen."

Freiheit

Wie denken sie, dass das Leben Israel sein wird? "Meine Familie lebt in den Städten um Tel Aviv", antwortet Yael. "weshalb wir wahrscheinlich auch dort leben werden. Es wird an der Küste und am Strand mit der Sonne herrlich sein, Zeit mit meinen Freunden zu verbringen. Ich habe schon viele Freunde, die Alija in die Tat umgesetzt haben und jetzt dort leben. Ich sehne mich so nach der Freiheit! Ich liebe das Land sehr.

Ich erinnere mich an letztes Jahr, als ich Tel Aviv besucht habe. Als ich mit dem Flugzeug ankam und in der Dämmerung die Skyline von Tel Aviv mit all seinen Lichtern sah, hatte ich einfach Tränen in den Augen. Israel ist ein Traum. Jedes Mal, wenn ich wieder in Frankreich bin, werde ich
depressiv. Es ist hier so anders für uns. "

Herausforderung

"Was für mich die grösste Herausforderung in Israel selber sein wird", spricht Yael weiter "ist es, einen Job zu finden. Ich habe studiert und spreche vernünftig Hebräisch, aber professionelles Hebräisch ist etwas ganz anderes. Vielleicht muss ich mir ein neues Diplom besorgen. Aber letztlich ist es das alles wert. Ich kann kaum erwarten, dort zu leben. "

Zukunft

Für Yael, als junge Französin, ist Israel ein Traum. Im Gegensatz zu
Frankreich kann sie sich dort frei, jung und jüdisch fühlen, ohne in ihrem Tun und Lassen eingeschränkt zu sein. Für französisch-jüdische israelische Jugendliche ist Israel deshalb viel attraktiver. Israel bietet mehr Freiheit und mehr Möglichkeiten. Israel ist, wo sie ihre Zukunft sehen.

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Rachel Poot

Rachel Poot studierte Französisch und erforscht derzeit in Frankreich für ihre Magisterarbeit die Geschichte des Antisemitismus im 19.Jahrhundert in Frankreich. Für "Christen an der Seite Israels" ist sie in Paris, um mit Ebenezer jüdische Familien, die Alija machen möchten, zu unterstützen.

Quelle: Christen an der Seite Israels Niederlande = Christenen voor Israel

Teil 1: Alija in Frankreich (1): Lille, Lyon und Marseille