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  • 5. Marsch des Lebens Davos. Photo Credit: Persis Forrer, Untervaz
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5. Marsch des Lebens für Israel in Davos

editor - 20. August 2021

5. Marsch des Lebens für Israel in Davos

 Der diesjährige Marsch des Lebens für Israel ermöglichte zahlreiche spontane jüdisch-christliche Begegnungen und leistete einen Beitrag zur gegenseitigen Verständigung

 ERINNERN-VERSÖNEN-WIR SETZEN EIN ZEICHEN DER FREUNDSCHAFT ZU ISRAEL

Am Freitag 6. August begrüsste Alex Schaub mit dem Gebet aus Psalm 133 bei angenehmem Wetter im Kurpark Davos Einheimische und Gäste aus fast allen Kantonen, aus Bolivien und Deutschland.

Der erste Marsch des Lebens erfolgte 2007 in Süddeutschland. Seither ist daraus eine internationale Bewegung entstanden, die jährlich Zehntausende auf die Strasse bringt, um gemeinsam die Stimme gegen Antisemitismus und Judenhass zu erheben, erklärte Michael Ruh, Koordinator der Marsch des Lebens-Bewegung in der Schweiz in seinem Grusswort. Weitere Ziele der Bewegung sind, an die Verbrechen des Holocausts zu erinnern, jüdische und christliche Begegnungen zu ermöglichen und als Freunde an der Seite Israels zu stehen.

Der Präsident des Grossen Landrates Christian Thomann überbrachte uns die Grüsse der Gemeinde. Er wies auf das Englische Quartier hin und schlug eine Brücke zum Verhalten der Engländer gegenüber den Juden, die ins damalige Palästina einreisen wollten. Diese Ereignisse verarbeitete Leon Uris im Buch „Exodus“ zu einem Roman. The World is in a mess, but God is in control! Schloss er seine Grussworte.

Herr Ariel Rosenstein, Stellvertretender Botschafter des Staates Israel in der Schweiz, plante selber nach Davos zu kommen. Seine vielen Verpflichtungen liessen es aber nicht zu. In seinen Grussworten betonte er, dass die Marsch des Lebens-Bewegung als Freunde Israels wahrgenommen wird. Wörtlich schloss er sein Schreiben: In meinem Namen und im Namen des Staates Israel danke ich Ihnen noch einmal von ganzem Herzen für Ihre Freundschaft und möchte mit einem Gebet für Frieden und Freundschaft zwischen allen Menschen und Ländern der Welt schliessen, damit es nie wieder zu einem Holocaust kommen möge.

Am 5. Marsch des Lebens gedachten wir der 5. Kolonne. Dabei ging es uns nicht um eine Geheimorganisation oder Armeeeinheit, sondern mehr um die geheimen Gedanken unseres Herzens.

Pfr. Prof. Dr. Lukas Kundert, Präsident der Landeskirche vom Kanton Basel war durch einen Todesfall verhindert und überliess uns seine Worte in schriftlicher Form.

Er wies auf das Verhältnis von Kirche und Synagoge hin, das durch eine „Anerkennungs-Vergessenheit“ geprägt sei. Man hört Sätze die mit JA anfangen und mit ABER enden. «Ja, ich habe nichts gegen Juden, aber Israel ist schlecht».

Das heisst doch, dass man doch etwas gegen Juden hat. «Ja, Israel hat ein Existenzrecht, aber was Israel mit den Palästinensern tut, das geht nicht».

Dieses Aber macht das Ja zunichte.

Das Existenzrecht Israels steht eben doch zur Debatte.

Dort ortet Pfr. Prof. Dr. Lukas Kundert unsere geheimen Gedanken des Herzens.

Seine Botschaft können Sie hier abrufen.

In seiner Ansprache führte Pfarrer Florian Sonderegger auf einfache und klare Weise uns unsere geheimen Gedanken des Herzens vor Augen. Wie durch einen Spiegel sah jeder bei sich, wo es Ungereimtheiten gibt.

Während dem Marsch entlang der Talstrasse, dem Schiaweg und zurück im Kurpark gab es einige spontane Begegnungen mit jüdischen Gästen.

Lucia Hanselmann aus La Paz überbrachte uns Friedensgrüsse und erzählte, dass sich ihre Eltern hier in Davos kennen und lieben gelernt haben.

Alex Schaub skizierte kurz das Leben von David Frankfurter, der sich nicht im Klaren war über seine geheimen Gedanken, und wie es zum Mord an Landesgruppenleiter Wilhelm Gustloff kam.

Weitere geheime Gedanken beleuchtet das kürzlich erschienene Buch „Keine Ostergrüsse mehr“. Berta Aeschbacher präsentierte in ihrer kurzen Zusammenfassung, wie Antisemitismus und Judenhass sich hinter einer freundlichen Fassade versteckt hielten.

Zwischen den Vorträgen sangen wir begleitet an der Gitarre von Rolf Bodenwinkler Lieder und eine Gruppe aus Tübingen führte uns gekonnt vier jüdische Tänze vor.

Der Anlass schloss mit Gebeten, einer Kollekte für Holocaustüberlebende in der Schweiz, dem Psalm 121 und dem Jubelruf: „Am Israel chai“ (Volk Israel lebe!) ab.

Text: Alex Schaub, Serneus GR

Bild: Persis Forrer, Untervaz

Weitere Infos:

www.gebet-gr.ch/Marsch des Lebens