fbpx
Aktuelles

Ermutigungsreise in die Ukraine (Bericht)

Koen Carlier - 23. August 2019

Vom 10. bis 19. August 2019 besuchten uns zwölf Italiener auf einer Ermutigungsreise! Die meisten Teilnehmer waren zum ersten Mal in der Ukraine, darunter sechs junge Menschen.

Die Reise erfolgte auf Wunsch von Edda Fogarollo, die seit 2011 Christen an der Seite Israels Italien / Christians for Israel Italy leitet. Edda ist eine gefragte Referentin zum Thema Holocaust in Italien. Sie unterrichtet auch an der Universität. Auf ihren Wunsch hin wollte sie mit ihrer italienischen Gruppe auch Odessa für mehrere Tage besuchen.

Auf dem Programm standen mehrere Besuche bei jüdischen Massengräbern mit Aufklärung, ein Besuch der jüdischen Schule in Bela Tserkva, das Verpacken und Verteilen von 1.000 Essenspaketen, das Hören von Geschichten von Holocaust-Überlebenden in verschiedenen ‚Schtetln‘ (Dörfern wo viele Juden lebten), Besuche in kleinen Gruppen bei den Menschen zu Hause, das Treffen mit einem Rabbiner, der vor dem Krieg aus Donezk geflohen war, und schliesslich ein dreitägiger Besuch in Odessa, einer grossen Hafenstadt am Schwarzen Meer mit einer reichen jüdischen Geschichte.

Miniatur-Modell
Das Holocaust-Museum in Odessa fand bei den Italienern grosse Beachtung. Es gibt dort ein Miniatur-Modell von neun grossen Lagerhäusern, in denen mehr als 23.000 Juden aus Odessa lebendig verbrannt wurden. Ein jüdischer Mann, der dies als kleines Kind erlebt hatte, starb kürzlich. Auf diesem grossen Gelände am Rande von Odessa befinden sich heute Mehrfamilienhäuser. Wir haben auch diesen schrecklichen Ort, an dem ein Denkmal aufgestellt ist, besucht.

Alijah
Der nächster Besuch war bei der Organisation Tikva (was „Hoffnung“ heisst), mit der Christen and der Seite Israels / Christians for Israel in Odessa zusammenarbeitet. Sie kümmert sich um jüdische Waisenkinder und Kinder aus zerrütteten Familien und bietet ihnen eine Chance auf eine gute Ausbildung. Viele Kinder gehen zum Beispiel mit einem Alija-Studienprogramm nach Israel!

In einer der jüdischen Schulen lieferte Reisegruppe 500 Lebensmittelpakete und verteilte sie an eine Reihe jüdischer Familien, die kamen, um ihre Lebensmittelpakete abzuholen. Ein Besuch bei der örtlichen ‚Jewish Agency‘ war sehr aufschlussreich. Der zuständige Shmuel Shpak erzählte uns, dass in Odessa noch immer etwa 30.000 Juden leben. Regelmässig gibt es Direktflüge von Odessa nach Tel Aviv mit Olim/Emigranten! Wir hatten ein Treffen mit einer Reihe von jüdischen Familien, die Ende August für immer nach Israel aufbrechen werden.

Die Italiener waren sehr überrascht, als wir nach einem Vortrag eine Reihe jüdischer Familien trafen, die Ende August entgültig nach Israel aufbrechen werden. Sie erzählten uns, warum sie gingen und wie lange sie daran gearbeitet hatten, alle Dokumente in Ordnung zu bringen. Eine Reihe junger Familien werden sich in Israel durch das ‚First Home in the Homeland‘ Programm integrieren, wo z.B. in den ersten fünf Monaten intensiv Hebräisch unterrichtet wird.

Schabbat-Mahlzeit
Am Freitagabend name wir Teil an einem Gottesdienst in der grossen Synagoge, in der jüdischen Strasse, wo einst Vladimir Jabotinsky lebte, ein bekannter zionistischer Leiter. Viele Strassen in Israel sind nach ihm benannt.

Nach dem Gottesdienst gab es eine einfache Schabbat-Mahlzeit, bei der 200 Personen anwesend waren. An unserem Tisch trafen wir Luba, eine Jüdin die vor 30 Jahren mit ihrer einjährigen Tochter aus Odessa Alijah gemacht hatte. Sie war nun für einen kurzen Besuch in ihrer Heimatstadt zurück und war ziemlich neugierig, wer wir waren und warum wir in Odessa waren.

Historie
Loeba erzählte auch etwas über ihre Geschichte. Ihr Vater überlebte das Konzentrationslager Pechora, 40 Kilometer von Tulchin entfernt. Rita Schweibes war auch als Kind hier. Loeba zog vier weitere Kinder in Israel auf. Der Grund für ihr Alijah war, dass sie als jüdische Familie in einem freien Land leben wollten, was in der Ukraine damals wegen des Antisemitismus und aller Arten von Beschränkungen, die damals den Juden auferlegt wurden, praktisch unmöglich war.

Wohnwagen
Wir erzählten unsere Geschichte und einen Artikel über die Geschichte, wie Christen and der Seite Israels / Christians for Israel vor fast 40 Jahren in den Niederlanden entstanden sind. Plötzlich unterbrach sie uns und sagte: „Aber als ich Alijah machte und gleichzeitig mit Tausenden aus das Nordland (die ehemalige Sowjetunion) nach Israel kam, lebten wir aus Platzgründen einige Jahre in Wohnwagen. Das hiess ‚Holland-Dorf‘; hat das etwas mit euch zu tun?

Dies war in der Tat ein Projekt von Christen an der Seite Israels / Christians for Israel in den frühen 90er Jahren. Das ‚Holland-Dorf‘ wurde in den Hügeln bei Bethlehem gebaut, um den damals vielen Neuankömmlingen mit Unterkunft und Integration zu helfen. Damals konnte Israel den grossen Zustrom von Auswanderern kaum bewältigen.

Wir verabschiedeten uns, aber Loeba hofft, uns wiederzusehen. Wer weiss in Israel!? Wir haben uns auch von den Italienern verabschiedet, die nach einer anstrengenden, aber lehrreichen Ermutigungsreise wieder heim gehen mussten!

Oberrabbiner Binyomin und Blouma Jacobs
Es bleibt nicht viel Zeit zum Ausruhen, denn ab Montag bekommen wir eine Gruppe aus den Niederlanden und Deutschland für eine kurze Ermutigungsreise, die Enthüllung des Kinderdenkmals in Bela Tserkva, über das neulig viel viel los war , und wir werden insgesamt 2000 Essenspakete verpacken, wofür gestern die Produkte in grossen Mengen geliefert wurden.

Hinter den Kulissen helfen unsere Fahrer unermüdlich weiter jüdischen Familien auf dem Alijah Weg ins verheissene Land!

Überzetzung: mit deepl.com

Über den Autor