„Wählen Sie den Platz auf der richtigen Seite der Geschichte!“ – Ein Appell an Christen in herausfordernden Zeiten
Die Ungerechtigkeit in der Welt nimmt rapide zu. Das zeigt sich auch am Umgang mit Israel und den Menschen, die sich an Israels Seite stellen – schnell richtet sich der Hass gegen Israel auch gegen sie. All das haben die Propheten angekündigt. Doch es gibt auch Hoffnung. Benjamin Philip, praktizierender Jude, Freund und Partner von Christen an der Seite Israels (CSI), richtet sich in einem gleichermaßen aufrüttelnden wie mutmachenden Appell an unsere Leserinnen und Leser.
Von Benjamin Philip, Jerusalem
Liebe Freunde,
mein Name ist Benjamin Philip, ich bin als Kind von Holocaust-Überlebenden in den Niederlanden aufgewachsen. Während meiner Karriere als Unternehmer entwickelte ich auch den Wunsch nach einem tieferen Sinn im Leben. Daraufhin zog ich nach Israel, wo ich mich dem Bibelstudium widmete und mich bei Hineni Jerusalem engagierte. Hineni ist eine gemeinnützige Organisation, die sich auf biblische Prinzipien gründet und Sozialarbeit leistet; dabei tritt sie für Werte wie Moral, Gerechtigkeit und Frieden ein. Im Laufe der Jahre wurde Hineni zudem zu einem Ort, an dem sich Juden und bibelgläubige Christen treffen und gemeinsam Werke der Barmherzigkeit tun.
Ich möchte gerne einige meiner Gedanken über die heutige Welt mit Ihnen teilen. Eine Welt, in der Juden und bibelgläubige Christen, die Israel unterstützen, beschuldigt werden, Völkermord, ethnische Säuberungen, Kindermord und so weiter zu unterstützen.
Es geht sogar so weit, dass die Diskussionen über Israel die Politik dominieren, Gemeinschaften und Beziehungen auseinanderreißen, Streit an Universitäten schüren und enge Freundschaften und Familienmitglieder trennen. Die Gesellschaft versagt bei der Unterscheidung zwischen Lüge und Wahrheit, Moral oder Unmoral, Recht und Ungerechtigkeit, auch wenn unbestreitbare Tatsachen die oft hasserfüllten Anschuldigungen als substanzlos entkräften. Wie ist es möglich, dass diejenigen, die Israel unterstützen, zu einer „unterdrückten“ Minderheit in unseren eigenen Gesellschaften geworden sind?
Antworten aus der Bibel
Als praktizierender Jude versuche ich immer, die Antwort aus den Worten Gottes und aus den Vorhersagen unserer Propheten zu entnehmen. Diese haben oft prophezeit, dass die Zeit bis zur endgültigen Erlösung vergleichbar ist mit der biblischen Zeit; sie verwenden das Bild der Geburtswehen. In diesen Zeiten kann Gott die Herzen der Völker verhärten, wie er es zur Zeit Moses mit dem Herzen des Pharaos tat. So kann er wieder seine Zeichen unter uns wirken und sich als der Herr offenbaren.
Gleichzeitig werden die Nationen für alles, was sie dem jüdischen Volk angetan haben, vor Gericht gestellt werden. So heißt es in Psalm 83,4: „Kommt, lasst uns sie (Israel) ausrotten als ein Volk; man möge sich nicht mehr an den Namen Israels erinnern!“

Benjamin Philip ermutigt Christen und Juden dazu, in Zeiten der Dunkelheit gemeinsam ein Licht scheinen zu lassen. Foto: C4I Deutchland
Sacharja prophezeit im Buch Sacharja 12,3: „Und es wird geschehen an jenem Tag: Ich werde Jerusalem zu einem Laststein für alle Völker machen; alle, die es tragen, werden zerschmettert werden, und alle Nationen der Erde werden sich um es versammeln.“
Die Zahl der Prophezeiungen über eine Verschwörung der Nationen gegen Israel ist überwältigend. Es ist offensichtlich, dass sich die Nationen heute in den Vereinten Nationen und durch die Unterstützung von Organisationen wie Hisbollah und Hamas gegen Israel verschwören. Diese Verschwörung gegen Israel wird die ganze Welt betreffen. So prophezeite der Prophet Habakuk eine Welt voller Plünderung und Gewalt und verwendete dabei mehrmals das Wort „hamas“ (deutsch: Frevel, Gewalttat). Wir sollten nicht vergessen, dass das Wort hamas sogar von Gott selbst verwendet wurde, als er die Welt Noahs als von Raub und Unsittlichkeit erfüllt beschrieb – eine Welt, die so schlimm war, dass Gott beschloss, sie zu vernichten.
Der Prophet Habakuk weissagte von Gewalt („hamas“), Streit und Konflikten. Er kündigte eine Welt an, in der das Recht gelähmt ist und die Gerechtigkeit nie siegt. Eine Zeit, in der die Gottlosen die Gerechten überwältigen, so dass die Gerechtigkeit pervertiert und Missetaten toleriert werden. Er prophezeite Nationen, die nicht glauben, selbst wenn man ihnen die Wahrheit sagen würde.
Und er sprach von einem rücksichtslosen und ungestümen Volk, das über die ganze Erde fegt, um sich Wohnungen zu bemächtigen, die nicht seine eigenen sind; ein gefürchtetes und grausames Volk, das sein eigenes Gesetz ist und dem es nur um die eigene Ehre geht. Es kommt mit der Absicht, Gewalt („hamas“) auszuüben. Es verspottet Könige und Herrscher. Ein sündiges Volk, dessen Gott seine eigene Stärke ist.
Ähnlichkeiten mit unserer heutigen Welt
In diesen Prophezeiungen Habakuks können wir viele Ähnlichkeiten mit der heutigen Welt erkennen. Zum Beispiel mit Europa, das mit vielen Muslimen und Einwanderern konfrontiert ist, die nach ihren eigenen Gesetzen und Glaubensprinzipien leben: Mit dem klaren Ziel, jeden Ort und jedes Volk mit Gewalt („hamas“) zu islamisieren und überall Proteste für „hamas“ zu organisieren und zu inspirieren. Viele Regierungen werden vor der Gewalt dieser muslimischen Einwanderer einknicken, um sie nicht gegen sich aufzubringen, und dem Dschihad gegen Israel nichts entgegensetzen.
Doch während unsere Welt von „hamas“ erfüllt werden wird, wird Gott auch Menschen für eine größere Berufung auswählen. Ihre Herzen werden nicht gegen Israel verhärtet werden wie die der Nationen. Diese Menschen werden Zeugnis ablegen und Widerstand leisten, um Israel zu unterstützen – aber von ihren eigenen Gesellschaften abgelehnt werden. Sie werden weder der Mehrheitsmeinung ihrer Gesellschaft noch der Lehre ihrer Mainstream-Kirchen folgen. Infolgedessen werden sie zur Zielscheibe werden, weil sie sich dafür entscheiden, Israel zu unterstützen; und die Gesellschaft wird sie als eins mit Israel behandeln.
Treue gegenüber dem Gott
Abrahams, Isaaks und Jakobs Seien Sie sich jedoch bewusst, dass diese herausfordernden Zeiten auch jedem Einzelnen die Gelegenheit geben werden, dem Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs Treue zu beweisen. Denken Sie daran, dass Gott Abraham wegen seines Glaubens, seiner Werte und seiner moralischen Verantwortung erwählte – und Abraham dennoch auf die Probe stellte. Gott rief ihn. Und Abraham antwortete: „HINENI, hier bin ich, bereit zu dienen!“ Das sollten wir alle im Hinterkopf behalten, wenn wir schwierige Zeiten in unserer Beziehung zu Kollegen, Gemeindemitgliedern, Freunden und sogar direkten Familienmitgliedern durchmachen.
Daher ist es so wichtig, an Zusammenkünften mit bibelgläubigen Glaubensgeschwistern teilzunehmen, die die gleichen Entscheidungen treffen und mit den gleichen Herausforderungen konfrontiert sind. Bei Hineni haben wir im Laufe der Jahre Hunderte von Terror-Überlebenden zusammengebracht, die sich gegenseitig treffen, unterstützen und stärken konnten, indem sie ihre persönlichen Erfahrungen miteinander teilten und Anleitungen auf der Grundlage biblischer Lehren erhielten. Auch die vielen bibelgläubigen Christen, die als Freiwillige zu Hineni kommen, spüren ein Gefühl der Erleichterung, wenn sie hier sind: Denn bei Hineni kann man über Israel und Gott sprechen, ohne Angst vor hasserfüllten Reaktionen zu haben. Im Gegenteil: Während ihrer Freiwilligenarbeit treffen sie auf Menschen, die auf die gleiche Weise über ihre Beziehung zu Gott und Israel denken und fühlen. So können sie sich gegenseitig stärken und trösten.

Die gemeinnützige Organisation Hineni in Jerusalem unterhält eine Suppenküche, in der Bedürftige eine warme Mahlzeit erhalten. Das Angebot wird von vielen Holocaust-Überlebenden genutzt, die nicht nur das Essen, sondern auch die Gesellschaft sehr schätzen. Foto: Hineni (C4I Deutschland)
Der Kontakt und der Austausch mit Juden helfen ihnen zu entdecken, dass Juden und bibelgläubige Christen so viel mehr verbindet als trennt. Die Unterschiede zwischen ihnen bestehen nicht darin, wer richtig oder falsch liegt. Vielmehr ist das alles Teil von Gottes Plan: Danach sollen die Juden weiterhin nach den Anweisungen der Tora leben, um sich als priesterliche Nation für die kommenden messianischen Zeiten zu erhalten.
Die bibelgläubigen Christen hingegen sollen die Gerechten unter den Völkern werden, die Gott auf seinen Berg bringen und denen er in seinem Gebetshaus Freude bereiten wird (Jesaja 56,7). Deshalb dürfen wir uns nicht übereinander erheben, sondern wir stehen zusammen in dem Wissen, dass wir alle von Gott auf die Probe gestellt werden.
Denken Sie daran, dass auch Abraham mit Herausforderungen konfrontiert war. Die Städte Sodom und Gomorra waren von Raub, Unsittlichkeit und Ungerechtigkeit geprägt. Trotzdem bat Abraham Gott, diese Städte zu verschonen, und Gott stimmte unter der Bedingung zu, dass er nur zehn Gerechte finden würde. Wir alle wissen, wie die Geschichte endete, aber ich glaube fest daran, dass Juden und bibelgläubige Christen in unserer Zeit eine symbolische Zehn bilden können, die in Gottes Augen Gnade findet. In der Hoffnung, dass er die Erlösung beschleunigen und das Leiden der Menschheit begrenzen möge – weil wir gemeinsam auf Basis biblischer Grundlagen und Werte nach mehr Moral, Gerechtigkeit und Werken der Barmherzigkeit streben, um ein Licht in Zeiten der Dunkelheit scheinen zu lassen.
Eine dringende Einladung
Noch etwas liegt mir auf dem Herzen: Ich habe so viele Juden und Christen erlebt, deren Leben sich nach einem Besuch in Israel verändert hat. Sie waren grundlegend verändert, ihr Glaube und ihre Zuversicht sind für immer gestärkt worden. Deshalb ermutige ich alle – und besonders die junge Generation – nach Israel zu kommen, um die Wahrheit zu bezeugen. Erleben Sie das biblische Land, besuchen Sie die heiligen Stätten, wandeln Sie auf den Pfaden unserer Vorfahren, verbinden Sie sich mit dem jüdischen Volk.
Werden Sie Teil einer sich entwickelnden globalen Bewegung, die sich auf die Zeit des Messias vorbereitet. Stehen Sie auf der richtigen Seite der Geschichte! Denn es wird die Zeit kommen, in der viele Völker kommen und sagen werden: „Kommt, lasst uns hinaufgehen zum Berg des Herrn, zum Haus des Gottes Jakobs, damit er uns seine Wege lehre und wir auf seinen Pfaden wandeln. Denn aus Zion wird ausgehen das Gesetz und das Wort des HERRN aus Jerusalem.“ (Jesaja 2,3)
Warum warten? Sagen Sie hier und jetzt: „HINEINI, hier bin ich – bereit zu gehen und zu dienen.“ Wir von Hineni würden Sie sehr gerne begrüßen.
Schalom aus Jerusalem.
Dieser Artikel erschien zuerst in unserer Zeitung „Israelaktuell“, Ausgabe 60. Sie können die Zeitung hier kostenlos bestellen. Gerne senden wir Ihnen auch mehrere Exemplare zum Auslegen und Weitergeben zu.
